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lebenszyklus D. lusitanicum

mit diesem text und ein paar fotos hab ich den lebenszyklus von d. lusitanicum dokumentiert.
beginnen wir bei der blüte einer adulten pflanze. die d. lusitanicum ist unter umständen schon nach einem jahr blühfähig. die pflanze auf diesem bild wurde 1 1/2 jahre vorher im winter ausgesäht und hat dann am 14. juli geblüht.
das blühen kündigt sich mit dem schnellen wachstum des hauptsprosses an. an diesem entstehen dann ca. 6 blüten, die schwefelgelb sind aber nicht besonders lange geöffnet bleiben. nun geht es daran bienchen zu spielen sprich die blüten z. b. mit einem ohrenstäbchen kreuzzubestäuben.
die pflanze treibt unten am blütenspross an praktisch jeder blattbasis wieder aus. einige dieser wachstumstellen werden dann zu den hauptsprossen. so entstehen die buschigen mehrsprossigen pflanzen.
nach ca. 1 1/2 bis 2 monaten sind die samen ausgereift. man soll auch saatgut bekommen, wenn man die blüten einer pflanze untereinander bestäubt. das hab ich selbst noch nicht ausprobiert. bei mir waren es zwei genetisch unterschiedliche pflanzen und die haben mit meiner hilfe sehr gut samen angesetzt. die kapseln in denen sich ca. 7, schwarze, ziemlich grosse samen befinden öffnen sich ~1 1/2 monate nach der blüte. das entnehmen der samen eilt nicht besonders da sich die samenkapseln ziemlich langsam öffnen.
nur noch so nebenbei: wie man sieht wachsen hier zwei pflanzen in einem topf. im buch "the savage garden" steht geschrieben, dass die pflanzen sich untereinander im wachstum hemmen sollen. ich bezweifle dies allerdings. wie gesagt blühten die pflanzen nach 1 1/2 jahren (ich werde das vielleicht mal genauer untersuchen).
der samen soll ziemlich lange haltbar sein (mehrere jahre). was bei karnivoren eher die ausnahme ist. zum aufbewahren würde ich einen kühlen, dunklen, trockenen ort empfehlen. der beste zeitpunkt die samen zu sähen ist ende winter.
eine schwierigkeit bei d. lusitanicum ist es, dass man sie nicht umpflanzen kann. nun gibt es grundsätzlich drei möglichkeiten:

  • man säht die samen direkt in die grossen gefässe. am besten tiefe tontöpfe.
  • man säht die samen auf ein sehr lockeres gemisch (z. b. nur seramis) und pikiert dann sehr früh.
  • man säht die samen in kleine torf-töpfchen. so spart man platz und substrat und muss trotzdem nicht pikieren.

zuerst mal zur dritten variante:

zum aussähen benötigt man einen ort an dem es hell, warm und ziemlich feucht ist. ich mache das unter kunstlicht in einem terrarium. als substrat verwende ich ein gemisch aus sand, seramis und weisstorf 1:2:2. das ergibt ein sehr lockeres substrat. ich verwende leicht alkalischen sand. das gemisch gab am schluss einen ph von 6.5 an (das wasser in das ich das substrat gemischt habe). also nur noch ganz schwach sauer.
wie schon erwähnt gebe ich das substrat in kleine töpfe die aus torf gepresst wurden. jetzt werden die samen auf die töpfchen verteilt und die töpfchen immer schon feucht gehalten. bei mir hat's am besten funktioniert, wenn ich die samen noch ein wenig mit feinem torf bestreut habe. vielleicht werden die samen so besser von allen seiten durchnässt und quellen somit schneller auf..
es gibt verschiedene möglichkeiten das keimen zu beschleunigen. so wird im buch "the savage garden" beschrieben, dass man die samenschale mit schmirgelpapier leicht anrauhen kann. ein einlegen in wasser vor der aussaht wird ebenfalls empfohlen. das mit dem schmirgelpapier hab ich auch ausprobiert und es hat nicht funktioniert. ein einlegen erübrigt sich, wenn das substrat rundherum sehr feucht gehalten wird.
nach 2-5 wochen (manchmal auch länger) spriesst eine wurzel und danach die ersten beiden blätter, die schon mit kleinen klebetröpfchen ausgestattet sind. jetzt kommt der schwierigste teil der sache. die kleinen pflanzen sollen die nächsten monate überleben. das schwierigste ist wohl das wässern (übrigens auch bei den adulten pflanzen). sobald die samen gekeimt sind sollte man das substrat trockener halten. faustregel: das substrat lieber zu trocken als zu nass halten. etwas ältere pflanzen überleben es auch, wenn sie über kürzere zeit zu wenig wasser hatten. ist dies der fall, dann beginnen die blätter an den enden schlaff zu werden. dann ist allerdings schnelles handeln angesagt. man sollte so schnell wie möglich ein wenig giessen.
ein drei wochen alter sämling lag, nachdem ich mal einige tage weg war und das substrat völlig ausgetrocknet war, schon flach auf dem boden. ich goss sofort und erhöhte die luftfeuchtigkeit. nach einer stunde hatte sich der sämling schon fast komplett wieder aufgestellt. ich war selbst überrascht, denn ich hatte damit gerechnet, dass die junge pflanze abstirbt.
die luftfeuchtigkeit muss nicht besonders hoch sein. idealerweise so um die 60% rum und luftig. bei mir in einem halbbedeckten terrarium im zimmer.
helles kunstlicht ist am besten. stellt man sie an die sonne läuft man gefahr, dass das substrat zu schnell austrocknet oder die kleinen zu heiss bekommen.
wenn man die samen im januar ausgesäht hat, dann sind die pflanzen im mai bereit um nach draussen gestellt zu werden. man kann jetzt die kleinen torftöpfchen in grosse tontöpfe eintopfen mit dem gleichen substrat wie oben beschrieben. bei mir hat sich ein sehr luftiges substrat mit viel seramis und sand bewährt! d. lusitanicum hat ein ausgedehntes wurzelwerk. -> je grösser der topf desto besser. die grossen töfpe sind auch einfacher zu wässern, sie trocknen nicht so schnell aus. die jungen pflanzen sollten nicht zuviel direkte sonne abkriegen, sonst verbrennen sie. man sollte sie langsam an die sonne gewöhnen. ältere pflanzen dagegen können den ganzen tag in der prallen sonne stehen. es macht ihnen nichts aus, sie ertragen hohe temperaturen um die 40 °C. ebenso waren meine pflanzen bis in den späten herbst auf dem balkon. die temperaturen waren unter null. aber noch nicht so, dass der ganze topf eingefroren ist. ich vermute jedoch, dass man d. lusitanicum auch bei uns ganzjährig draussen halten kann. sie sollte einfach vor den häufigen niederschlägen geschütz sein. ich werde das mal austesten.
wässern tu ich wie folgt: ein bis zweimal pro woche (je nach wetter) von oben giessen. man kann auch noch 1 cm wasser in den untersetzer geben das substrat wird dieses wasser schnell aufsaugen. wenn nicht, dann ist das substrat zu feucht.
wenn es oft regnet dann stell ich die pflanzen an die hauswand so dass das substrat nicht zu nass wird.
die pflanzen wachsen schnell und sehen schon nach einem halben jahr sehr schön aus.

zur zweiten variante

man sollte den richtigen zeitpunkt zum pikieren nicht verpassen, da man sonst die pflanze beim umpflanzen verliert. die wurzel wächst sehr schnell in die tiefe!
sonst siehe oben.
D. lusitanicum
meine kulturerfahrungen, text zu d. lusitanicum
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