Terrarium / Hochlandterrarium
bericht und erfahrungen [14 jul. 04]
bericht und erfahrungen [18 mai 04]
bericht und erfahrungen [4 okt. 03]
bericht und erfahrungen [16 okt. 02]
planung und technik [feb. 02]

bericht 14. jul. 04

ich hab unterdessen vier neue hochlandnepenthes und drei heliamphora bekommen, die nun in meinem hochlandterrarium stehen (N. hamata, N. eymea, N. glabrata, N. raja, H. chimantensis, H. hispida, H. spec. ilu tepui). natürlich kann ich über die neuen pflanzen noch nicht viel sagen. bis jetzt bin ich besonders von N. hamata sehr überrascht. das pflänzchen hat, seit es bei mir ist, schon drei neue kannen gemacht, eine grösser wie die andere!
N. tentaculata ist unterdessen gedrittelt worden und wie es scheint sind alle triebe angewachsen, zumindest haben alle wieder mit oberirrdischem wachstum begonnen.
vor kurzem habe ich die heliamphoras und nepenthes mit einer stärkeren orchideendüngerlösung als sonst gedüngt. scheinbar hat es vor allem den heliamphoras nicht geschmeckt. die schläuche haben zum teil schwarze flecken bekommen (ich bin mir ziemlich sicher, dass das vom dünger gekommen ist). nun habe ich begonnen, den dünger nicht mehr in die schläuche und kannen zu träufeln sonder als normaler blattdünger anzusprühen, wie es ja viele nepenthes züchter machen. so kann man die menge besser dosieren und es gibt auch nicht so viel arbeit. aussagen darüber, ob es was bringt oder nicht, sind natürlich schwierig zu machen. so viel ist sicher, die schwarzen flecken sind nicht wieder aufgetreten bis jetzt.
zu diesem sommer ist noch zu sagen, dass die tiefen temperaturen den pflanzen scheinbar gefallen. tagsüber sind ca. 22°C im terrarium, nachts dürften es ca. 18°C sein (die fenster sind immer geöffnet). bis jetzt konnte ich keine wachstumsverlangsamung feststellen, wie das in anderen sommern der fall war.
[7. jul. 2004]



bericht 18. mai 04

die pflanzen wachsen jetzt wo es frühling ist sehr gut. die temperaturen sind ziemlich ideal am tag ca. 20°C und in der nacht ca. 15°C. die N. tentaculata war unterdessen so lang, dass ich sie dritteln musste.
bilder folgen

bericht 4. oktober 03

diesen sommer sind gleich einige sachen passiert. mein nebler ist ausgestiegen. was genau kaputt ging weiss ich nicht, auf jeden fall war es nicht die membran und auch nicht das netzteil. ich musste mir also einen neuen kaufen. da ich diesen sommer nicht so viel zeit hatte, vergingen allerdings ein paar monate, bis der neue nebler mein terrarium einnebelte.
ausserdem war 2003 der heisseste sommer seit langer zeit! die temperaturen im raum sanken auch in der nacht nicht mehr unter 25 °C ab, tagsüber waren die temperaturen z. T. über 30 °C. dies hatte zur folge, dass meine h. minor und h. heterodoxa wieder mit der produktion von juvenilen schläuchen begannen *grummel*. die n. tentaculata störte sich weder an der niedrigen luftfeuchtigkeit, noch an den hohen temperaturen. ich bin wirklich sehr von dieser pflanze überrascht! sie ist bei mir in einem jahr ungefähr 30 cm gewachsen und ich werde sie nächsten frühling wohl oder übel köpfen müssen. die lowii hat wohl auch die hohen temperaturen nicht so gemocht. sie dankte mit kleineren kannen und verlangsamtem wachstum. fazit: die pflanzen sahen nach dem sommer 2003 wirklich nicht mehr besonders schön aus, abgesehen von der tentaculata (=momentane lieblingspflanze:). es überlebten jedoch alle pflanzen.
anfang herbst war der neue nebler bereit. ich hatte mir noch mal eine kleine änderung an der lüftungsanlage ausgedacht. und zwar habe ich noch eine zweite schaltuhr angehängt, so dass manchmal auch luft ohne nebel durch das terrarium geblasen wird. das problem dabei ist, dass man den nebler und den lüfter nicht separat mit je einer schaltuhr betreiben kann, da diese zu ungenau sind und es deshalb dazu kommen könnte, dass der nebler ohne lüfter läuft. der nebel kann dann durch die öffnung des lüfters austreten und jeder kann sich vorstellen, dass das dem elektromotor nicht allzugut tun würde! deshalb speist die erste schaltuhr den lüfter und eine zweite schaltuhr, an die auch der nebler angeschlossen ist. ich hoffe das war einigermassen zu verstehen, wenn sich überhaupt jemand dafür interessiert ;).
zum jetzigen zeitpunkt produzieren die sonnenkrüge sehr fleissig neue krüge und auch die lowii hat eine sehr schöne grosse kanne gemacht. desweiteren steht eine b. liniflora im terrarium, die gerade mit blühen beginnt. ausserdem würde ich mich freuen, wenn sich die d. burmanii's, bei dem intensiven licht, auch noch zum fortpflanzen überreden liessen.
ich habe die nebelintervalle im moment so eingestellt, dass ein nachfüllen des tankes bloss jeden monat nötig ist. das terrarium braucht also nur einen mindestaufwand an pflege. allerdings hat eine stechmücke diese chance genutzt und ihre eier in das seichte wasser im terrarium gelegt. interessant war, dass die heliamphoras sehr viele der mücken gefangen haben. ich habe auch beobachtet, wie die mücken am hütchen der sonnenkrüge gesessen sind. soviel ich weiss saugen nur die weiblichen mücken blut und das nur einmal um die eier zu produzieren. fleischfressend pflanzen eignen sich also doch um stechmücken zu fressen :).
[oktober 2003]


übersicht: versch. heliamphoras, B. liniflora...


brutschuppenaussaht, heliamphoras...


beleuchtung meines hochlandterrariums im winter: 150W Nahd und eine 80W HQL Lampe

bericht 16. oktober 02

hier ist mein neuester bericht zu meinem hochlandterrarium. die ganze arbeit und die rel. komplizierte technik haben sich bezahlt gemacht. das terrarium braucht wirklich ein minimum an pflege. ich fülle den tank ca. jede zwei wochen nach. die pflanzen tränke ich nur, wenn ich gerade daran denke. sie stehen zwar nicht im anstau durch den nebler trocknet das substrat aber sehr langsam aus.
zur zeit stehen im terrarium h. x nudoxa, h. x midoxa, h. heterodoxa, h. minor, n. lowii, n. tentaculata, n. gracilis :-o (hatte nirgends mehr platz) und einige u. alpina. bei den hochlandnepenthes wage ich mich noch nicht etwas zu sagen. ich habe sie noch nicht lange. bis jetzt scheint es ihnen aber gut zu gehen.

die heliamphoras wachsen allezusammen sehr schön. wie gesagt stehen sie nicht im anstau. ich habe einen mindestabstand zur 150 watt nahd ausgemacht. dieser beträgt ca. 20 cm. bei diesem abstand verbrannten einige blätter der h. x midoxa. könnte aber auch sein, dass dies auch im zusammenhang damit stand, dass die pflanze sehr nahe an der ziemlich grossen öffnung des terrariums stand und die lampe direkt auf die pflanze leuchtete. von zeit zu zeit tröpfle ich eine verdünnte milchlösung in die krüge. es ist mir auch schon passiert, dass ein paar schläuche frühzeitig gestorben sind weil ich eine zu konzentrierte lösung genommen habe. dies hat sich jedoch nicht negativ auf die pflanze selbst ausgewirkt.

nun noch was kurzes zu den temperaturen. im sommer waren die temperaturen um einiges höher als ich mir das gedacht habe. d. h. auch in der nacht sind die temperaturen z. t. nicht unter 20°C abgesunken. durch den tag waren es zum teil gegen die 30°C an ganz heissen tagen hab ich über die nacht zwei kühlelemente in den tank gelegt. das hat schon einiges gebracht. allerdings muss man sagen, dass es auch ein sehr heisser sommer war!
der nebler kombiniert mit dem ventilator bringt leider auch nicht so viel wie ich gedacht habe. so um die 2-3 °C.

weitere berichte werden folgen.
[oktober 2002]

übersicht

die heliamphoras

n. lowii n. tentaculata

h. x midoxa

h. x midoxa

h. x midoxa

h. x nudoxa

h. x nudoxa

h. heterodoxa

hochlandterrarium - planung und technik

h. x nudoxa
die schwierigkeit bei der haltung von heliamphora und hochlandnepenthes sind in erster linie die tiefen temperaturen, die sie mögen. grob kann man sagen 20 °C tagsüber und 15 °C in der nacht wären ideal. ausserdem verlangen heliamphora viel licht. da es auf dem balkon im sommer in unseren breitengraden schon mal so um die 30 °C wird und die luftfeuchtigkeit zu niedrig ist, ist es eher schwierig die genannte gattung draussen an der sonne zu halten. es gibt jedoch ausnahmen: manche leute hängen ihre hochlandnepenthes-ampeln im frühling in bäume im garten. auch heliamphora hybriden kann man unter umständen im freien kultivieren.
aufgrund der genannten bedürfnisse, musste mir also einen guten standort für die pflanzen aussuchen. meistens sind die unteren räume in einem haus wie der keller oder die garage kühler als die oberen. leider steht mir kein kühler raum, in den trotzdem die sonne scheint, zur verfügung. aber in der unteren wohnung sind auch im sommer die

h. x nudoxa im nebel
temperaturen tagsüber nie höher als um die 23 °C und in der nacht, bei offenem fenster, sogar einige grad kühler. da es aber kein direktes sonnenlicht in diesem raum hat, musste meine natrium-hochdruckdampflampe dran glauben. hier einige informationen zum habitus der gattung heliamphora (informationen aus dem buch: inseln in der zeit von uwe george):
alle sonnenkrüge leben auf den tepuis (auch tafelberge) in venezuela, ausser h. heterodoxa (h. heterodoxa und ihre hybriden sind auch die einfacher zu kultivierenden) kommt auch in tieferen regionen, der gran sabana vor (~ 1000m über meer). die tafelberge sind plateaus deren wände praktisch senkrecht aus der landschaft ragen (bis zu 3000m über meer). auf diesen bergen herrscht ein ganz spezielles klima und die vegetation erinnert an urzeiten.

heliamphora im nebel
im hintergrund noch einige andere pflanzen, die ich da überwintere
die sonne scheint sehr intensiv mit einem hohen uv-anteil. gegen abend ziehen meistens nebel und wolken auf und bringen heftige niederschläge und auch stürme. die vielen regen spülen die spärlich vorhandenen nährstoffe aus dem boden, was den karnivoren mit einer zusätzlichen "nahrungsquelle" einen vorteil verschafft (auf den tepuis gibt es einen ungewöhnlich grossen anteil an fleischfressenden pflanzen wie sonnentaue, utricularias, brocchinea reducta und eben heliamphoras). die pflanzen wachsen meist in moosen und der wasserstand schwankt stark.
die temperaturen sind tagsüber so um die 20 °C, können aber auch mal höher sein und nachts sinken sie dann auf ca. 10 °C ab. im extremfall sinken die temperaturen bis fast an den gefrierpunkt. im jahresverlauf wechselt die tageslänge und das klima nicht sehr stark (tropische region). es ist aber meines wissens nicht so, dass der sonnenkrug das ganze jahr über blüht. im "frühling" wenn die tage wieder minim länger werden blühen die pflanzen. die blüten sind sehr anschaulich, produzieren in kultur aber nur selten samen.
meine persönlichen schlüsse sind somit: die heliamphoras brauchen eine gute luftzirkulation, starkes licht, regelmässiges übersprühen und ein gut durchlässiges substrat. vermutlich könnte man die sonnenkruge auch bei ziemlich niedreiger luftfeuchtigkeit halten, wenn man sie täglich übersprühen würde. temperaturen tagsüber um die 20 °C und nachts um einige grad kühler. das ganze während des jahres ungefähr gleich.

da ich eine höherer temperaturdifferenz als die natürliche (~ 3 °C) wollte musste ich mir eine kühlvorrichtung ausdenken. zuerst einmal merkte ich, dass kühlen gar nicht so einfach ist wie man sich das vielleicht denkt, wenn man sich nicht gleich einen kleinen kühlschrank anschaffen will. hier die vorrichtung, die ich mit meinem vater ausgedacht habe.




ein schema zu meinem hochlandterrarium
rechts befindet sich ein kleines terrarium in dem sich ein ultrschallnebler befindet. der nebel wird dann von einem ventilator langsam in das grosse terrarium mit den pflanzen geblasen. der ventilator und der ultraschallzerstäuber werden über eine zeitschaltuhr gesteuert. so erreiche ich eine luftumwälzung, eine senkung der temperatur und das benebeln der pflanzen.
meine ersten messungen ergaben, dass man damit mindestens eine senkung um zwei grad durch die verdunstung des nebels erreicht (nicht durch das zerstäuben des nebels).
ausserdem habe ich noch eine reservewasserbad installiert, das nach dem prinzip gewisser katzentränken funktioniert. ein schlauch aus dem reservebad taucht ins wasser. sobald der wasserstand zu tief ist strömt luft in das reservebad und der wasserspiegel steigt wieder. so bleibt der wasserstand für mindestens eine woche konstant, wenn der nebler im schnitt 1.5 stunden pro tag läuft.
das ganze hab ich so geplant, dass man die pflanzen auch mal für längere zeit allein lassen kann.
[februar 2002]

übersicht

hier die "technik" zum ganzen. man sieht eine schaltuhr an die der nebler und der transformer für den ventilator angeschlossen sind.

der ventiltor, der die luft durch das terrarium bläst

hier sieht man sehr schön, wie der nebel seinen weg durch das terrarium nimmt

hier ist die öffnung bei der der nebel wieder austritt

hab mal den nebler von unten abgelichtet. hier sieht man also die wasserunterfläche


das hier ist der tank, der den wasserspiegel immer auf gleicher höhe hält

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