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Heliamphora
die gattung heliamphora ist hauptsächlich in venezuela auf den tafelbergen beheimatet. die tafelberge auch tepuis genannt sind plateaus, die sich mit fast senkrechten wänden aus dem Regenwald erheben. das klima auf diesen bergen ist sehr speziell und auch die vegetation ist einzigartig. da durch die ständigen regengüsse viele nährstoffe aus dem boden ausgewaschen werden findet man auf den tepuis ziemlich viele karnivore pflanzen, darunter Heliamphora, Drosera, Utricularia und Brocchinia. Viele Pflanzen sind endemisch und kommen nur auf den Tafelbergen oder nur auf einem Tafelberg vor. So auch Heliamphora mit der Ausnahme von H. heterodoxa, die man auch in der tiefer gelegenen gran sabana findet. die temperaturen auf den tafelbergern schwanken zwischen ca. 20-30°C am tag und 0°-15°C in der Nacht. diese sogenannte nachtabkühlung hat sich auch in der kultur als ziemlich wichtig erwiesen. die luftfeuchtigkeit nimmt auf den tafelbergen vor allem gegen abend und in der nacht zu. die aufsteigenden nebel und das abkühlen der luft haben eine erhöhte luftfeuchtigkeit zur folge. das ganze ist natürlich auch witterungsabhängig. die pflanzen am naturstandort wachsen oft bis zu den füssen im wasser oder sogar schon fast aquatisch in einem polster aus moosen oder in torfartigen untergründen (sehr schöne fotos von heliamphora am naturstandort findet man bei wistuba.com). manche arten bevorzugen eher schattige standorte. die meisten jedoch findet man an ganz exponierten, sonnigen standorten. auch für die kultur gilt, dass die pflanzen sehr viel licht mögen. meist werden die pflanzen, die in diesen breitengraden in sammlungen zu finden sind unter der sogenannten kellerkultur gehalten. im keller herrschen die tiefsten temperaturen, so dass man mit leichtem aufheizen am tag (z.b. durch die lampe) die gewünschte nachtabkühlung bekommt. es sind rel. starke lichtquellen nötig, dass sich die pflanzen richtig wohl fühlen und auch schön aussehen. unter terrarium / hochlandterrarium auf meiner seite findet man weitere informationen zur kellerkultur und den bau eines hochlandterrariums, sowie erfahrungsberichte. speziell an Heliamphora ist, dass sie zwei unterschiedliche Schlauchformen produzieren. Anfangs werden die sogenannten juvenilen schläuche produziert (bild 1), die sich in form und grösse von den folgenden adulten schläuchen (bild 2) unterscheiden. das errinert an die entwicklung der verwandten sarraceninen, die (meines wissens) auch anders geformte schläuche produzieren, wenn sie jung sind. allerdings lassen sich sarracenien nicht so lange zeit, bis die adulten schläuche folgen. die zeitspanne in der Heliamphora juvenile schläuche produzieren kann stark variieren und hängt unter anderem von der art und den kulturbedingungen ab. ein freudentag für jeden Heliamphorakultivateur ist, wenn z.b. seine H. hispida zum ersten mal einen adulten schlauch macht. | ||||||||
Heliamphora nutans x heterodoxa (x nudoxa)H. x nudoxa ist eine kreuzung (hybride) zwischen H. heterodoxa und H. nutans. mit dem substrat hab ich schon ziemlich herumprobiert. gut funktioniert haben torf:quarzsand torf:styromull und reines sphagnum. letzeres hab ich noch nicht so lange. der nachteil an gemischen mit viel torf ist das sich das substrat mit der zeit verdichtet, was den Heliamphora nicht sehr gefällt und von zeit zu zeit ein umtopfen nötig macht. pflanzen, die in reinem sphagnum stehen, haben unten im topf eine schicht perlit. das soll verrottung vorbeugen, falls die töpfe mal im anstau stehen. in allen töpfen hab ich obenauf eine schicht lebendes sphagnum. die wurzeln der pflanzen wachsen zwar nicht in dieser schicht, trotzdem scheint es den pflanzen zu gefallen und es beugt auch schimmel usw. vor. alle meine heliamphora stehen unter einer 150W natriumhochdruckdampflampe von osram in einem abstand von ca. 50cm in meinem hochlandterrarium. bewässert werden die pflanzen ab und zu von oben. das lebende sphagnum dient mir als indikator: wenn die spitzen des mooses vertrocknen giesse ich die töpfe leicht von oben. alle töpfe stehen auf einem rost und nicht in anstaubewässerung. zusätzliche feuchtigkeit bringt der nebler, der in der nacht in intervallen läuft H. x nudoxa produziert bei mir ziemlich häufig seitentriebe. diese kann man abbrechen sobald sie eingene wurzeln haben und in sphagnum setzen. ein bewurzeln von seitentrieben ohne wurzeln soll auch funktionieren. mit dieser methode hatte ich bis jetzt noch keine ausfälle, es funktioniert also sehr gut. in der literatur findet man häufig, dass die pflanzen speziell brüchig seien. die pflanzen sind brüchig, aber nicht extrem, ein umtopfen ist also nicht schwieriger als bei anderen arten. wegschieben des lebenden sphagnumpolsters und das abbrechen alter schläuche, scheint das wachstum von seitentrieben zu beschleunigen. die sog. "schlafenden augen" treiben dann mit juvenilen schläuchen aus. es scheint mir von vorteil, wenn man die seitentriebe erst ab einer gewissen grösse (etwa 4-5 cm) abtrennt, da die ganz kleinen pflanzen allein heikler sind, als wenn sie noch mit der mutterpflanze verbunden sind. so bekam ich aus einer kleinen pflanze in 4 jahren etwa 13 pflanzen. geblüht hat H. x nudoxa bis jetzt noch nie. ich weiss auch nicht ob diese hybride überhaupt fertile samen produzieren würde. soviel ich weiss, verhält es sich bei den Heliamphora aber ähnlich wie bei Sarracenia, wo man auch komplexhybriden züchten kann, hybriden also fertile samen bilden. umtopfen funktioniert rel. leicht, wenn man das wurzelwerk locker in sphagnum wickelt und dann die erde rund um die wurzeln schüttet. eine erhöhte luftfeuchtigkeit nach dem umtopfen kann von vorteil sein. verglichen mit meiner H. x midoxa scheint H. x nudoxa langsamer an grösse zu gewinnen, was mich verwundert, da die Eltern eigentlich einfacher sind und man meinen könnte, H. x nudoxa sollte grösser werden (bild 2 oben).
H. x nudoxa stellt nicht sehr hohe ansprüche an tiefe temperaturen. ich hatte eine in meinem zimmer in einem terrarium in dem es am tag gerne mal gegen die 30 °C warm (aufgrund der lampe) wird und nachts ist es auch nicht kühler als 20 °C. im sommer 2003 waren die temperaturen in meinem hochlandterrarium sogar noch höher. das quittierten dann jedoch die meisten pflanzen, die da drin stehen, mit sehr langsamem wachstum. H. x nudoxa stand auch schon unter 2 x 18W leuchtstoffröhren im abstand von 15cm. allerdings werden so die schläuche nicht so schön geformt und ausgefärbt, wie bei denen, die ich in meinem hochlandterrarium stehen. im allgemeinen sagt man, dass die heliamphoras eher schwierig in der kultur sind. meine hybride ist jedoch nicht extrem anspruchsvoll. ich würde sie jedem als heliamphora-einsteigerpflanze empfehlen, der einen hellen platz in einem terrarium anbieten kann und sich die zeit nimmt ihn ab und zu zu besprühen. | ||||||||
Heliamphora minor x heterodoxa (x midoxa)H. x midoxa ist eine kreuzung (hybride) zwischen H. heterodoxa und H. minor.
die kulturbedingungen sind die gleichen, wie für H. x nudoxa beschrieben. als substrat verwende ich ein torf:styromull oder reines sphagnum mit perlit am boden des topfs und obenauf lebendes sphagnum. H. x midoxa steht auch in meinem hochlandterrarium. H. x midoxa produziert produziert nicht ganz soviele seitentriebe wie H. x nudoxa. auch bei dieser hybride bewirkt ein abbrechen der alten schläuche, das austreiben von neuen seitentrieben. H. x midoxa scheint mir die wüchsigste Heliamphora, die ich besitze. | ||||||||
Heliamphora spec. ilu tepuiH. spec. ilu tepui ist eine noch unbeschriebene art. ich hab die pflanze noch nicht lange, bin aber erfreut, dass sie schon einen adulten schlauch gebildet hat. die art gilt in kultur als ziemlich langsam wachsend und lässt sich auch schon mal länger zeit, adulte schläuche zu bilden.
die kulturbedingungen sind die gleichen, wie für H. x nudoxa beschrieben. als substrat verwende ich ein reines sphagnum gemischt mit quarzsand und perlit. am boden des topfs habe ich reinen perlit da sphagnum zum verfaulen tendiert, falls die töpfe mal im anstau stehen sollten. obenauf habe ich lebendes sphagnum. die wurzeln der heliamphora sind nicht im lebenden sphagnum, es sieht in meinen augen aber schöner aus. eventuell hat das sphagnum auch einen ausgleichenden einfluss wobei das nur eine vermutung ist. wie gesagt steht die pflanze eigentlich nicht im anstau und wird nur relativ selten von oben gegossen, wenn das sphagnum trockene spitzen hat. H. spec. ilu tepui steht auch in meinem hochlandterrarium. | ||||||||