Kultur / Moor im Garten
moorbeet im topf [7. okt. 04]
moorbeet
schädlinge im garten

moorbeet im topf [7. okt. 2004]

nachdem mein versuch mit dem moorbeet gescheitert war (siehe moorbeet) hab ich mir einen grossen runden topf im garten eingerichtet. diesen hab ich an eine helle stelle im garten gestellt. an die stelle fallen im sommer ca. 8 stunden direktes sonnenlicht. der erste topf war aus ton. ich hab mir schon gedacht, dass das problematisch sein könnte im winter. mangels alternativen (es ist gar nicht so einfach einen schönen topf in den richtigen massen zu finden) hab ich dann aber doch diesen tontopf gekauft. er hatte ca. 80 cm durchmesser und war ungefähr 30cm tief. da ich angst hatte eis könnte den topf im winter sprengen, wenn ich ihn unten dicht mache, stellte ich den topf lediglich in einen grossen untersetzer. zusätzlich hab ich plastikschalen in das substrat gelegt, die das wasser ein wenig aufhalten sollten (bild 1). natürlich hat das aufgrund der kapillarwirkung des substrats nicht viel gebracht. das erwies sich als fehler, denn so konnte der topf nicht genügend wasser speichern und musste die ganze zeit gegossen werden. im winter verlor ich ein paar pflanzen, die vermutlich wegen wassermengel verdurstet sind.


bild 1:
"wasserspeicher"

bild 2:
frisch bepflanzt

bild 3:
einige zeit später

der tontopf hat dann tatsächlich nur einen winter durchgehalten und ist im zweiten kaputtgegangen. er wurde zwar nicht gesprengt, aber der ton blätterte langsam ab, da wasser eindringen konnte und dann gefror (eigentlich sollte das doch mit einem tontopf nicht passieren?). das resultat sieht man auf bild 4 und 5.


bild 4:

bild 5:

für den frühling haben meine eltern einen schönen eternittopf gefunden, den ich dann auch im frühling bepflanzte. aus den fehlern des alten topfs hab ich gelernt und den neuen unten verschlossen. wie vielerorts beschrieben habe ich umgekehrte töpfe auf den boden gelegt, die als wasserspeicher dienen sollten. als substrat hab ich für die untere schicht ein torf:perlit-gemisch und oben reinen torf genommen. damit der topf nicht überläuft habe ich löcher in die seiten des eternittopfs gebohrt (auf bild 9 zu erkennen). bepflanzt hab ich den topf vorerst mit S. purpurea ssp. purpurea, S. oreophila, D. rotundifolia, D. x hybrida und ein paar sommergästen.


bild 6:
frisch bepflanzt

bild 7:
einige zeit später im gleichen jahr

bild 8:
hochsommer im gleichen jahr

im sommer kamen dann noch D. intermedia und D. binata dazu.

bis jetzt scheint alles ganz gut zu klappen. zu beginn war der wasserüberlauf etwas problematisch, da der noch frische torf auf dem wasser aufschwamm und die überlauflöcher verstopfte. nach einigen wochen bestand das problem nicht mehr und der wasserhaushalt funktionierte einwandfrei, was mich bei der geringen grösse des topfs beeindruckt. ich hab im sommer 04 ca. 2 mal gegossen und nicht mal das wäre nötig gewesen.

im frühling, zur nistzeit der vögel, hab ich das sphagnum mit einem netz etwas abgedeckt.

die pflanzen gedeihen prächtig und ich bin gespannt, wie sie den winter überstehen... to be continued


bild 9:

moorbeet 1. feb. 2001:

mein kleines moor in meinem garten entstand im frühling 2001. die aushubarbeiten tätigte ich im februar, nachdem ich meine mutter dazu überredet hatte ein stück ihres gartens an mich abzutreten. nach diesen anstrengenden arbeiten wurden die verschiedenen schichten substrat eingefüllt. die pflanzen wurden erst zwei monate später eingesetzt. das gab dem torf zeit, sich mit wasser vollzusaugen. dann wurde es mit p. grandiflora, d. intermedia, d. rotundifolia, s. flava, s. leucophylla und s. oreophila bepflanzt.
leider erreichte viel zu wenig direktes sonnenlicht mein kleines moor :,-(. nur die p. grandiflora und das sphagnum fühlte sich wohl. die sarracenien zeigten die typischen symtome von zu wenig licht. sie bildeten keine richtigen schläuche aus.
nun sind diese pflanzen wieder auf meinem balkon. ich versuch's nächstes jahr noch mit einigen anderen fettkräutern , mit einer s. purpurea ssp. purpurea und radikalerem roden damit mehr licht auf die stelle fällt. auf jedem fall hab ich jetzt eine nachwachsende sphagnum-quelle.

1. jul. 2002

in diesem sommer wächst nur p. grandiflora in meinem moor. dieser gefällt es aber sehr gut. sie blüht und vermehrt sich. die vielen herabfallenden blätter geben dem moor zuviele nährstoffe, schnecken können ungehindert hineinkriechen und vögel zerzupfen im frühling das sphagnum. naja, mein jetziges ziel ist wohl ein schöner blühender fettkrautteppich im frühling.

2. jul. 2004

aus dem moor wurde leider nichts. es hatte einfach zu wenig licht. auch verursachten herabfallende blätter eine überdüngung, womit sich dann andere pflanzen breit machen konnten. nur die P. grandiflora kam mit dem wenigen licht zurecht. nun haben meine eltern wieder ein kleines weierchen eingerichtet. tatsächlich sind auch schon wieder mölche und frösche darin zu finden!

bild 1:
bergmolch

"moor schädlinge":

von wegen schädlingen habe ich in dieser kurzen zeit aber schon viel erfahrungen gemacht.

vögel:
nachdem das moor im frühling fertig war und das sphagnum schon einigermassen angewachsen war begannen die vögel mit dem nestbau. natürlich war es für sie bequem das sphagnum aus meinem moor zu nehmen! das kann ganz schön nerven, wenn man jeden zweiten tag feststellen muss, dass das moor aussieht wie ein acker. ich bangte auch um die kleinen sonnentaue, die den vögeln natürlich egal waren.
da ich das moor nicht mit einem etwas unschönen netz abdecken und auch nicht den ganzen tag mit meinem luftgewehr auf der pirsch liegen wollte (die viecher nervten mich ziemlich), stellte ich ein kleines windrad neben das moor. es wirkte tatsächlich.

auch auf dem balkon haben mich die vogel schon heimgesucht. sie pickten die insekten von den sonnentauen und es war ihnen natürlich egal, wenn ab und zu mal ein sonnentau draufging. auch bei den schlauchpflanzen bedienten sie sich aber das war mir ziemlich egal, weil es eh schon herbst war und die schläuche dementsprechend aussahen. die sonnentaue habe ich dann in ein kleines terrarium, dass auf meinem balkon steht gestellt. dort gehen die vögel nicht rein.

schnecken:
die schnecken waren in unserem garten auch ziemlich mühsam. sie zerfrassen die schlauchpflanzen im frühling und im herbst die p. grandiflora. das fettkraut verzog sich dann halt ein bisschen früher.
nächstes jahr bei wiederbepflanzung muss ich mir aber schon noch etwas effizientes gegen die schnecken ausdenken. vielleicht bierfallen oder schneckenkörner die igel und co. nicht vergiften.

hund:
ja ihr habt richtig gelesen ein hund. das ist vermutlich eher ein hier-spezifisches problem. gewisse nachbarn hier sind nämlich zu faul um mit ihrem hund spazieren zu gehen. deshalb lassen sie ihn spät am abend einfach ein bisschen in die gärten schei**** und mein moor verwüsten!
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