text für den newbie:
falls du ein "anfänger" auf dem gebiet karnivoren bist, dir gerade eine venusfliegenfalle,
einen sonnentau, eine kannenpflanze und
eine schlauchpflanze gekauft hast, sie alle in ein terrarium gestellt hast und dir jetzt die eine
oder andere pflanze dahinstirbt, dann hab ich hier einen kleinen text für dich
(ich habe so ähnlich begonnen):
die oben genannten gattungen eignen sich nicht um zusammen in einem terrarium zu
stehen. was sollst du jetzt tun?
nimm die schlauchpflanze und die
venusfliegenfalle und stell sie auf den balkon oder in den garten an einen ort wo sie
mindestens 6 stunden direktes sonnenlicht
bekommen (ev. nach einer kurzen gewöhnungszeit) und giesse sie im anstauverfahren mit
regenwasser. diese pflanzen brauchen viel licht!
die schlauchpflanze hat keine
schläuche gemacht sondern blätter? es könnte sein, dass es phyllodien
sind (bei s. flava im spätsommer, bei s. oreophila schon früher
auch s. leucophylla macht
phyllodien). vielleicht hatte sie aber
auch zuwenig licht. das ist sehr wahrscheinlich, wenn du die pflanzen im haus hattest.
schlauchpflanzen und die venusfliegenfalle überstehen den winter draussen (die
venusfliegenfalle bedingt, vom klon abhängig).
den sonnentau (bei dem es sich vermutlich um eine d. capensis oder d. aliciae handelt,
sonst gelten die angaben nicht unbedingt)
kannst du auch rausstellen, solltest ihn aber im herbst wieder reinnehmen und in ein
terrarium stellen da im winter die luftfeuchtigkeit vielleicht
zu niedrig ist. giessen musst du ihn ebenfalls (wie alle karnivoren) mit regenwasser.
die kannenpflanze kannst / musst du im terrarium lassen (sonst bildet
sie keine kannen aus oder geht unter umständen sogar ganz ein). sie braucht eine
ziemlich hohe luftfeuchtigkeit. kannenpflanzen wachsen in tropischen regenwäldern
brauchen deshalb nicht ganz soviel licht. die blätter verbrennen,
wenn sie zu lange von der sonne bestrahlt werden. kunstlicht (z. b. neonröhren) gehen sehr gut.
2-3 stunden sonnenlicht haben allerdings, auch sie gerne. desweiteren ist das auch noch artabhängig.
die kannenpflanze soll nicht im anstauverfahren bewässtert werden.
so das war jetzt
sehr salopp und einfach gesagt, aber in
etwa kann man das so schon gelten lassen. natürlich
musst du dich ein wenig genauer mit der materie beschäftigen:
ich kann die bücher von peter d'amato "the savage garden" (sehr ausführlich, in englisch) und das
buch von thomas carow und ruedi fürst "fleischfressende pflanzen" (etwas kleiner, auf deutsch) sehr
empfehlen.
desweiteren gibt es auch auf dem netz sehr viel interessantes zu entdecken.
(siehe unten)
pflanzensammlung:
zum schluss noch etwas allgemeines zu diesem hobby: man tendiert schnell dazu,
seine sammlung zu schnell auszudehnen. besser finde ich wenn man das eher langsam
macht. zum einen kommt das viel günstiger, weil man so einen grossteil seiner
sammlung durch tausch mit anderen leuten erstellt. es ist ohnehin ein langer
prozess, bis man behaupten kann, dass man die kultur einer pflanze völlig im
griff hat! eigentlich ist das erst soweit, wenn man eine pflanze über mehrere
generationen über samen vermehrt hat (wird bei manchen nepenthes wohl schwierig ;o).
ich habe meine pflanzen oft sehr klein bekommen. warum soll man einen hohen preis
für eine pflanze bezahlen, wenn man nicht einmal weiss ob es dieser bei sich zuhause
gefällt? beschafft man sich zuerst ein kleines pflänzchen, dann kann man das bei
dieser ausprobieren.
was bei der sammelwut oft auch vergessen geht, ist, dass man die pflanzen nachher
auch pflegen muss. eine grössere anzahl an pflanzen gibt rein durch das giessen schon
recht viel arbeit. wo bekommt man das viele regenwasser her?
was macht man mit den pflanzen, wenn man mal in den urlaub fährt? ist man sich bewusst,
dass man bei den hohen ansprüchen an licht und mangelndem sonnenlicht schnell eine hohe
stromrechnung ins haus holt?
generell geben pflanzen, die man jedes jahr aus samen oder brutschuppen nachziehen
muss (z.b. b. liniflora, d. burmanii, zwergdroseras) auch mehr arbeit. ausserdem
sollte man einen grossteil seiner pflanzen auch ab und zu umtopfen, bevor das substrat
schlecht wird. das sind alles sachen, die man schnell mal vergisst oder denen man sich
schlicht nicht bewusst ist!
möchte man sich mit knollensonnentauen beschäftigen, so muss man sich bewusst sein, dass
sogar noch heute viele wildsammlungen an knollen angeboten werden. darauf sollte man
allerdings verzichten, da die pflanzen in der natur z.t. sehr stark gefährdet sind.
knollen aus der südhalbkugel müssen sich auch erst angewöhnen und gehen dabei sehr oft
kaputt. die pflanzen benötigen auch sehr spezielle kulturbedingungen, die man nur
richtig gut mit einem gewächshaus bieten kann!
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d. capensis |
d. aliciae |

d. muscipula |

s. purpurea |

n. gracilis |

p. x sethos |
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