Kultur / Substrate
fotos verschiedener substrate
karnivoren verlangen spezielle erde. das besondere an karnivoren ist ja, dass sie sich an standorte mit nährstoffarmen böden angepasst haben und den nährstoffmangel über ihre fangmechanismen wieder ausgleichen. genau wegen dieser anpassung ertragen fleischfressende pflanzen jedoch meist keine substrate die viel stickstoff, phosphor und salze enthalten (wie zum beispiel normale blumenerde).
der hauptzusatz bei den meisten mischungen ist weisstorf. weisstorf wird in hochmooren abgetragen. man sollte also wenn's geht ein wenig sparsam damit umgehen. über die entstehung des weisstorf's könnt ihr auf meiner homepage auch was lesen. torf ist sauer. legt man ihn einige zeit in wasser ein hat dieses danach einen pH von ungefähr 4-5. manche pflanzen wie nepenthes und pinguicula mögen kein so saures substrat. man sollte deshalb entsprechende zusätze machen. s. purpurea ssp. purpurea soll auf sauren bis hin zu alkalischen böden beheimatet sein.
für viele sonnentaue, die venusfliegenfalle, schlauchpflanzen und terrestrische utricularias kann man ein torf/quarzsand gemisch nehmen oder auch einfach reinen torf.
herr fürst hat mir erzählt, dass er für seine schlauchpflanzen einen grossen anteil an saurer walderde nimmt um torf zu sparen!
für nepenthes gibt es die verschiedensten angaben. ich verwende ein gemisch aus torf, ton, rinde und styromull. nepenthes ertragen auch nährstoffreicheres substrat und leichte düngung.
bei pinguicula kenn ich mich nicht so gut aus. für die subtropischen verwende ich ein gemisch aus torf, seramis und ton. pinguicula ertragen ebenfalls z. t. nährstoffreicheres substrat.
heliamphora wachsen am naturstandort wohl meist in einem polster aus verschiedensten moosen (soweit ich das auf bildern gesehen habe). für die kultur wird oft reines sphagnum empfohlen. sind die bedingungen jedoch schlecht, dann verfault das sphagnum, was wiederum den wurzeln gar nicht gefällt. ich halte meine pflanzen in einem durchlässigen substrat aus torf und styromull und auch quarzsand. obendrauf wächst noch eine schicht sphagnum. die kultur in reinem sphagnum mit perlite am boden scheint auch ganz gut zu klappen... ich bin noch am experimentieren.
meine epiphytische u. alpina wächst in einem ähnlichen substrat wie die heliamphoras oder in einem torf pinienrinde gemisch sehr gut (1:2).
für das taublatt (d. lusitanicum) verwende ich ein torf, seramis, perlite, quarzsand gemisch. mit einem ziemlich geringen anteil an torf.
weisstorf ist teilzersetztes sphagnum moos / torfmoos / peat moss (hauptzusatz im substrat der meisten pflanzen)
seramis soll einen gewissen salz-anteil haben, habe aber noch nie schlechte erfahrungen gemacht. ich benutze es für drosophyllum lusitanicum, drainage-schichten,...
perlite: weisse kügelchen um das substrat luftiger zu machen. ich benutze es z. b. für nepenthes und gewisse droseras.
mit salzempfindliche nepenthes kann es je nach qualität des perlits zu problemen kommen. im zweifelsfall ev. besser mit dest. wasser ausspülen
ton: zusatz für pflanzen, die nicht ganz so saure erde mögen wie gewisse pinguiculas und nephentes,...
rinde wird auch bei orchideen eingesetzt. man kann es für nephentes, cephalotus, epiphytische utricularias,... benutzen.
quarzsand ist neutraler sand. es ist wichtig das man keinen alkalischen sand verwendet wie z. b. kalksand. das substrat wird durchlässiger und sandiger :-). quarzsand hat ein grosses anwendungsgebiet: dioneas, droseras, zwergdroseras, knollendroseras...
sphagnum ist ein tormoos, das in den hochmooren wächst. viele pflanzen wachsen gerne in einer schicht lebendem sphagnum. kleine pflanzen haben manchmal mühe mit dem sphagnum zu konkurrenzieren
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