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![]() bild 1:
D. stolonifera Samen |
![]() bild 2:
samen von D. lusitanicum (gross), D. muscipula (mittel) und D. intermedia (klein) |
![]() bild 3:
noch eingepackte bluetenknospe von H. x midoxa |
bei vielen sonnentauen, cephalotus, venusfliegenfalle und fettkräutern (auch bei anderen species) kann man blattstecklinge machen (bild 4). blätter können direkt auf das substrat oder in dest. wasser gelegt werden. die ausbeute mit dest. wasser soll besser sein, da im dest. wasser keine pilze, bakterien und algen wachsen können und so das blatt länger überlebt. ich hab nicht viel erfahrungen mit dieser methode.
![]() bild 4:
D. binata Blattstecklinge |
![]() bild 5:
D. binata Wurzelsteckling |
![]() bild 6:
N. gracilis Sprosssteckling |
einige sonnentaue kann man mit wurzelstecklingen vermehren (bild 5). wurzelstücke werden wenige cm unter die substratoberfläche gelegt. kannenpflanzen können über sprossstecklinge vermehrt werden (bild 6 und 7).
nur die zwergsonnentaue besitzen die fähigkeit sich über brutschuppen (kleine grüne umgewandelte blätter) zu vermehren und das ziemlich effektiv. die kleinen grünen schuppen, die man auf bild 8 sieht werden dazu auf das substrat ausgesäht wie samen.
![]() bild 7:
N. ampullaria, die zwecks vermehrung geköpft wurde |
![]() bild 8:
D. ericksoniae x pulchella mit brutschuppen im wachstumszentrum |
alle sarracenien, die venusfliegenfalle, fettkräuter, gewisse sonnentaue, der sonnenkrug, die kobralilie... haben die eigenschaft sich zu teilen oder ableger zu bilden. man kann sie also nach einer gewissen zeit trennen.
winterharte fettkräuter bilden im herbst eine knospe zur überwinterung. an diesen knospen kann man im frühling kleine adventivknospen ernten und aussähen.
knollendroseras bilden während dem australischen sommer knollen (bild 11). auch an diesen knollen bilden sich kleine tochterknollen, die man ernten kann (bild 9 und 10). auch u. menziesii bildet knollen, die man teilen kann.
![]() bild 9:
D. peltata Knollenernte |
![]() bild 10:
D. peltata stolon mit den knollen und tochterknollen daran |
![]() bild 11:
D. whittakeri knolle |
D. prolifera hat die eigenart kleine pflanzen zu bilden, wenn eine blüte den boden berührt. wenn es der pflanze gefällt, kann man sie so schnell vermehren.
zu guter letzt gibt es bei allen (nehme ich an) arten die möglichkeit
der gewebekultur. diese ist jedoch nicht ganz trivial. die schwierigkeit
besteht darin steril zu arbeiten und die pflanzen ex vitro zu bringen.
wenn man sich ein wenig auf dem internet umsieht findet man gute texte
zu diesem thema.
so ich glaube das waren jetzt so ungefähr alle. vielleicht hab ich auch
was vergessen.
für die meisten karnivoren gilt, dass sie lichtkeimer sind. das bedeutet der samen keimt nur, wenn er nicht vom substrat bedeckt ist. wie überall gibt es auch hier ausnahmen (z. b. d. lusitanicum). desweiteren sollte man samen und sämlinge hell, aber nicht zu hell sprich an die direkte sonne stellen. wenn man bedenkt, dass jungpflanzen vielleicht von gras oder anderen pflanzen leicht geschützt sind macht das auch sinn. sonst kann man die gleichen oder ähnliche bedingungen wie bei den adulten pflanzen wählen, was ja auch logisch ist. meist wirkt sich eine hohe konstante temperatur (~25°C) positiv auf das keimverhalten aus. vor der aussaht ist bei einigen karnivoren jedoch eine behandlung notwendig. gewisse samen keimen besser oder sogar nur, wenn sie zuvor eine gewisse zeit kälte ausgesetzt waren. dies ist bei den schlauchpflanzen, bei der kobralilie und bei gewissen droseras der fall (vielleicht gibt es noch weitere).
gewisse karnivoren leben in gebieten wo es von natur aus regelmässig buschbrände gibt. bei einem solchen feuer sterben viele pflanzen und die karnivoren (vermutlich auch andere pflanzen) nutzen diese zeit um das terrain in beschlag zu nehmen. die samen dieser pflanzen keimen nur nach einem brand. zu diesen gehört b. gigantea. man glaubt, dass gewisse stoffe im rauch des feuers hemmstoffe im samenkorn abbauen und so den samen zum keimen bringen. samen von b. gigantea, b. lamellata und b. filifolia muss man vor der aussaht mit gibberelinsäure behandeln, damit die samen keimen.
der mensch verhindert in jüngster zeit diese brände. wenn dann trotzdem ein solcher brand ausbricht, dann hat das feuer eine solche gewalt, dass die vegetation grossflächig zu grunde geht (auch samen und gewisse unterirdische überdauerungsorgane). dies ist mitunter ein grund für die bedrohung gewisser karnivoren.
leicht über samen zu vermehren sind viele sonnentaue und fettkräuter wie z. b. d. aliciae, d. capensis, p. moranensis,... . schon ein bisschen schwieriger sind die schlauchpflanzen und die venusfliegenfalle.
ein problem bei der vermehrung über samen ist der schimmelpilz, der gerne die feuchte substratoberfläche und junge pflanzen befällt. dieses problem besteht besonders bei der aufzucht im terrarium. die stehende luft und die konstant hohe luftfeuchtigkeit kombiniert mit eher wenig licht begünstigen das wachstum von pilzen. was man dagegen unternehmen kann? man kann mit fungiziden arbeiten (vorbeugen ist besser als bekämpfen). man sollte auf eine gute luftzirkulation achten und ein möglichst intensives kunstlicht wählen. ausserdem kann man die luftfeuchtigkeit sobald die samen gekeimt sind senken.
ich sähe meine samen meist ende winter aus. die pflanzen keimen dann noch drinnen. im frühling stelle ich die sämlinge dann nach draussen. zuerst muss man sie noch ein wenig vor der starken sonne schützen. das mache ich bei den sarracenien, der venusfliegenfalle, den temperierten sonnentauen und der d. lusitanicum so.
eine hervorragende seite mit vielen fotos von samen findet man bei utricularia.net.
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| d. muscipula "red" |
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| blütenstengel |
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| die reifen schwarzen samen |
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| samen von d. lusitanicum (gross), d. muscipula (mittel) und d. intermedia (klein) |
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| sämling |
am besten auf dem selben substrat, wie sich die eltern auch wohl fühlen. die beste zeit der aussaht ist wohl irgendwann im winter. einerseits sind die samen dann noch mehr oder weniger frisch, andererseits habe ich bemerkt, dass die pflanzen einen richtigen wachstumschub haben, wenn man sie im frühling an die sonne rausstellt. das hat jedoch auch seine schwierigkeiten. es ist nämlich nicht ganz einfach die jungpflanzen durch den winter zu bringen. sie fallen nämlich
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gern dem schimmel zum opfer. starkes kunstlicht oder sonnenlicht ist erforderlich.
auch ist im winter die luftfeuchtigkeit im haus zu niedrig (bei mir im
winter bei ~35-40% und im sommer bei ca. 50%). das heisst man muss die
pflanzen in ein terrarium oder ähnlich stellen. hier besteht jedoch die
gefahr zu hoher luftfeuchtigkeit und stehender luft.
meine jungpflanzen waren in einem raum bei ca. 5-15°C in einem ganz offenen
terrarium unter einer nahd-lampe. bei diesen temperaturen stellen sie
das wachstum fast vollständig ein.
im frühling kommen sie auf den balkon. zuerst ein wenig geschützt
und dann wie die adulten pflanzen in die volle sonne. hat die pflanzen
dann einmal so weit kann man sie wie die alten pflanzen behandeln. nach
einigen jahren sind die pflanzen blühreif.
eine zweite möglichkeit der vermehrung ist über blattstecklinge.
dazu sollte man eine kräftige pflanze besitzen. die beste zeit ist
wohl der frühling oder sommer. man topft die pflanze aus und trennt
ein blatt ganz tief unten ab. so, dass möglichst viel von dem "weissen
zeugs" mitkommt. die bruchstelle kann eventuell mit aktivkohle behandelt
werden um vor einem befall mit pilzen zu schützen. dann steckt man
das blatt in das gleiche substrat wie die adulte pflanze und hält
es unter den gleich bedingungen. alternativ kann man das blatt auch in
dest. wasser legen und erst eintopfen, nachdem die kleinen pflanzen am
blatt entstanden sind.
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diese art der vermehrung ist wohl die einfachere. die neu entstandene pflanze wächst verglichen mit sämlingen viel schneller. will man jedoch eine grosse zahl an pflanzen züchten oder die genetische vielfalt der pflanzen erhalten oder gar selbst eine spezielle art züchten dann muss man die pflanzen über samen vermehren.