Kultur / Gattungen / Drosera / zwergdrosera
zwergdrosera
zwergdrosera und kleine töpfe
Drosera roseana

zwergdrosera

zwergdroseras (pygmaedrosera) stammen aus dem westen von australien (mit der ausnahme von d. pygmaea) mit z.t. überlappendem wachstumsgebiet mit den knollendrosera. die meisten wachsen auf sand- oder laterit-böden. die sommer sind heiss, die winter relativ mild und regnerischer. die temperaturen fallen im winter nicht unter 0 °C (mit ausnahmen).


D. pulchella mit brutschuppen

D. ericksoniae x pulchella

D. x Lake Badgerup

der jahreszyklus von zwergsonnentauen sieht ungefähr folgendermassen aus: der zwergsonnentau erblickt das licht der welt als samen oder als brutschuppe. die samen keimen im australischen herbst, wenn die temperaturen kühler werden und das wetter feuchter. die brutschuppen beginnen etwas später mit wachstum, da sie auch später produziert werden. der kleine sonnentau wächst sehr schnell zu einem (für zwergsonnentau verhältnisse) grossen sonnentau heran. im verlauf des winters und im australischen frühling beginnen die zwerge zu blühen, falls sie schon genügend gross sind (viele zwergsonnentaue blühen schon in ihrem ersten jahr). im sommer ist das wetter trocken und heiss. je nach standort der art machen die zwerge eine ruhepause oder sie wachsen weiter. im herbst, mit kühleren temperaturen, mehr niederschlag und kürzerer photoperiode beginnen die zwergdrosera, die eine ruhepause gemacht haben, wieder mit dem wachstum. gegen winter beginnen sie dann sogenannte brutschuppen zu bilden, das sind kleine umgeformte blätter, die in der wachstumsmitte gebildet werden.


D. scorpioides brutschuppen

D. palacea mit brutschuppen

D. ericksoniae x pulchella blüten

bezüglich der kultur kann man die zwergsonnentaue grob in zwei gruppen unterteilen: solche, die im sommer eine wachstumspause machen und eine knospe bilden (sog. stipule bud), um am naturstandort den heissen sommer zu überstehen und solche, die den ganzen sommer über weiterwachsen. die pflanzen, die eine ruhepause machen möchten sollte man in dieser zeit auch trockener halten. es wird eimpfohlen, das substrat nur leicht feucht zu halten (kein anstau) und tiefe töpfe zu verwenden.
zur ersten gruppe, also zu denjenigen, die den sommer über weiterwachsen, gehören bei mir in kultur: D. ericksoniae x pulchella, D. pulchella, D. roseana, D. scorpioides, D. palacea, D. x lake badgerup, D. nititula ssp. omissa und D. callistos.

die spezielle art der vegetativen vermehrung über brutschuppen garantiert den bestand der art in der sammlung. eine vermehrung über samen dürfte eher schwierig sein, da man dazu für die meisten arten zwei verschiedene klone braucht und die samen oft nicht so leicht keimen. meist muss man die pflanzen jedes jahr nachzüchten, da alle arten nur wenige jahre leben, manche sogar nur ein jahr. besonders unter schlechten lichtverhältnissen im winter gehen die pflanzen oft ein.


brutschuppenaussaht

brutschuppen auf substrat

D. ericksoniae x pulchella brutschuppen

die brutschuppen werden (noch grün!) abgesammelt und auf das substrat gestreut. um die brutschuppen zu sammeln, lasse ich den topf leicht austrocknen stelle ihn auf den kopf und kratze die brutschuppen ab. das funktioniert nur mit töpfen, die eine moosschicht haben, sonst fällt der ganze mix inklusive pflanzen raus. die meisten zwergdrosera bilden massenhaft solcher brutschuppen (eine ausnahme ist d. scorpioides), die mit der zeit lose auf der pflanze liegen oder noch leicht an ihr haften. brutschuppen eignen sich besonders zum tauschen, lagern kann man sie allerdings nicht sehr lang. eine lagerung funktioniert am besten im kühlschrank, z.b. in einem feuchten taschentuch oder einem kleinen plastiksäcklein mit einem tropfen wasser. die zweite methode hat den vorteil, dass die brutschuppen auch noch mit der schon vorhandenen wurzel ausgepflanzt werden können. nimmt man ein papiertaschentuch, wächst die kleine wurzel gern in das papier hinein. auch im dunklen kühlschrank treiben die brutschuppen nach ca. einem monat unweigerlich ihr feines, weisses würzelchen aus und sollten dann ausgepflanzt werden.

an die luftfeuchtigkeit stellen zwergdrosera keine besonderen ansprüche (zumindest nicht die, die ich kenne). im frühling, sommer und herbst ist eine haltung im freien mit vielen arten gut möglich. draussen müssen sie ev. ein wenig vor starken regengüssen geschützt sein (vor allem diejenigen, die eine wachstumspause im sommer machen).

viel direktes sonnenlicht oder eine starke künstiliche beleuchtung ist wichtig, was vor allem im winter schwierig ist.

meine pflanzen überwintere ich bei ca. 10-15°C unter kunstlicht. zu dieser jahreszeit sehen sie nicht besonders schön aus, da sie keine blätter mit tentakeln mehr produzieren. ausserdem machen bei mir trauermücken immer wieder probleme. diese kleinen schwarzen fliegen legen ihre eier gerne in feuchte erde oder torf. die kleinen durchsichtigen larven die daraus schlüpfen können den kleinen pflänzchen den gar aus machen indem sie die wurzeln anfressen. ich stelle dann meist ein paar fettkräuter in das terrarium oder neu benutze ich nützlinge gegen diese plagegeister.

zwergdrosera und kleine töpfe

oft liest man, dass zwergdrosera generell grosse töpfe für ihre langen pfahlwurzeln brauchen.

ich hab dazu mit einer beschränkten anzahl an arten einen kleinen versuch gemacht. ich hab die brutschuppen von D. roseana, D. scorpioides, D. ericksoniae x pulchella, D. palacea und D. x lake badgerup in jeweils drei verschiedene grössen von töpfen gepflanzt (gross: 12cm, mittel: 7.5cm, klein: 6cm). leider konnte ich aufgrund von platzmangel nur jeweils einen topf pro grösse und art bepflanzen.

  gross mittel klein
D. roseana ++ ++ ++
D. scorpioides ++ + -
D. ericksoniae x pulchella ++ ++ +
D. palacea 0 ++ +
D. x lake badgerup 0 ++ -

++: gutes wachstum
+: ziemlich gutes wachstum
-: kein wachstum
0: kein topf

natürlich soll man diesen kleinen versuch aufgrund der kleinen anzahl an töpfen nicht überbewerten. für die hier untersuchten arten kann man aber schon tendenzen erkennen.

klar ist auch, dass speziell arten, die eine sommerruhe machen, tiefere wurzeln bilden und somit eher auf grosse töpfe angewiesen sind.


links: 6cm
mitte: 7.5cm
rechts: 12cm

 

Drosera roseana

d. roseana nachdem sie den
sommer draussen verbracht
hat
junge d. roseana d. roseana mit brutschuppen im november

d. roseana ist eine gut geeignete einsteigerpflanze für die gruppe der zwergsonnentaue. als substrat verwende ich ein torf:sand gemisch 1:1. d. roseana scheint allerdings auch mit einem kleineren anteil an quarzsand klar zu kommen. allgemein sagt man, zwergdroseras brauchen relativ grosse töpfe (~>10cm hoch) und sollten nicht im anstau stehen. d. roseana scheint nicht so empfindlich auf staunässe und kleine töpfe zu reagieren. sie wächst auch gut in 7cm hohen töpfen.

im heissen sommer machen gewisse zwergies eine sommerpause und ziehen sich eine kleine wollartige knospe zurück. d. roseana wächst den ganzen sommer durch (zumindest in kultur).

d. roseana bildet viele brutschuppen, die auch rel. leicht abzusammeln sind. die brutschuppen von d. roseana wachsen sehr schnell zu erwachsenen pflänzchen heran und die jungpflanzen sind ziemlich robust. die adulten pflanzen haben einen durchmesser von ca. 2cm und blühen schon im darauffolgenden frühling weiss. die brutschuppen säht man am besten gleich aus oder lagert sie kühl, dunkel und leicht feucht. länger als ca. 1 monat überleben sie allerdings auch so nicht.

an die luftfeuchtigkeit stellt d. roseana keine besonderen ansprüche. im frühling, sommer und herbst ist eine haltung im freien gut möglich. viel direktes sonnenlicht oder eine starke künstiliche beleuchtung ist wichtig.

d. roseana überwintere ich bei ca. 10-15°C unter neonröhren oder CDM lampen. zu dieser jahreszeit sehen sie nicht besonders schön aus, da sie keine blätter mit tentakeln mehr produzieren. ausserdem machen bei mir trauermücken immer wieder probleme. diese kleinen schwarzen fliegen legen ihre eier gerne in feuchte erde oder torf. die larven die daraus schlüpfen können den kleinen pflänzchen den gar aus machen indem sie die wurzeln anfressen.

nach oben