Licht
ein paar grundsätliche angaben
glühbirnen
leuchtstoffröhren
halogen-quecksilberdampflampen (HQL, HPL)
hochdruck-metall-halogenlampen (HQI, HCI, CDM, MHN)
natriumhochdruckdampflampen
links

grundsätzliches

karnivoren benötigen sehr viel licht. da man manchmal nicht genügend plätze mit sonnenlicht hat oder die standorte mit sonnenlicht nicht geeignet sind (wie oft für hochlandterrarien der fall), muss man auf kunstlicht ausweichen. längst nicht alle lichtquellen sind für karnivoren geeignet.

geeignete lichtquellen sind leuchtstoffröhren, hochdruck-metall-halogenlampen (HQI, HCI, CDM, MHN), natrium-hochdruckdampflampen (kurz nahd) und energiesparlampen.

um sich ein bisschen näher mit den lampen zu beschäftigen muss man ein paar sachen wissen:
  • die lichtstärke wird in lux angegeben. 1 lux entspricht 1 lumen pro quadratmeter und bedeutet soviel wie die helligkeit.
  • der lichtstrom wird in lumen angegeben. 1 lumen entspricht einem Candela multipliziert mit dem Raumwinkel. die lichtmenge, die eine lampe abgibt wird in lumen angegeben.
  • Candela ist eine SI-einheit, die genaue definition kann man in einer formelsammlung nachlesen und ist hier nicht besonders wichtig.
  • interessant ist auch noch der wirkungsgrad, der angibt wieviel elektrische energie in licht umgewandelt wird.

ein kleines beispiel: man kauft sich eine 100W glühbirne mit der angabe von 1240 lumen. wenn ich eine ein durchschnittliche helligkeit von 3000 lux möchte (ein unteres limit für fleischfressende pflanzen), eine wie grosse fläche kann ich beleuchten?
fläche = 1240 lumen / 3000 lux = ~0.4 quadratmeter
benutzt man anstelle einer 100W glühbirne eine 70W CDM lampe so kommt man auf
fläche = 6600 lumen / 3000 lux = ~2.2 quadratmeter
das ist rund 5 mal mehr.

hier ein paar angaben, damit man ein gefühl für die helligkeit bekommt:

heller sonnentag 100000 lx
bedeckter sommertag 20000 lx
im schatten im sommer 10000 lx
ab diesem wert gute ausfärbung von karnivoren 7000 lx
minimum für karnivoren mit tiefen ansprüchen (nepenthes, pinguicula, queenslanddrosera, utricularia) 3000 lx
bürobeleuchtung 500 lx
flurbeleuchtung 100 lx
mondlicht 0.25 lx
sternklarer nachthimmel 0.001 lx

betrachtet man nur die lux, hat man allerdings noch etwas vernachlässigt, nämlich, dass pflanzen nicht alle bereiche des lichts in energie umwandeln können. das sog. wirkspektrum der photosynthese gibt auskunft darüber. genaueres zu diesem thema siehe links am ende der seite (hereinspaziert.de).

für die aufhängung der lampen benutze ich ketten. diese haben den vorteil, dass man die höher der lampe verstellen kann (bild 1).

viele informationen rund ums licht findet man vor allem in aquaristik foren. quellenangaben siehe links am ende dieser seite.

ich berichte hier über ein paar lampentypen, mit denen ich erfahrungen gemacht habe.


bild1:
aufhaengung

bild2:
hochdruck-metall-
halogenlampe auch einfach HQI oder HCI lampe genannt, obwohl sich das auf die Leuchtmittel von osram bezieht

bild3:
natrium-
hochdruckdampflampe oder kurz nahd ohne integriertes Vorschaltgerät

bild4:
Leuchtstoffröhren-
doppelleuchten. die reflektoren auf der seite sind mit etwas alufolie selbst gemacht.

glühbirnen

glühbirnen sind zur beleuchtung von karnivoren eher ungeeignet. ihr spektrum nimmt in richtung infrarot stark zu. d. h. eine menge der elektrischen energie wird in wärmestrahlung umgewandelt.

leuchtstoffröhren
(bild 4)

es gibt sehr viele verschiedene farbtypen und preislagen von leuchtstoffröhren. ich selber habe lange die ganz normalen weissen genommen. sogenannte dreibandlampen mit lichtfarbe 830 sollen am besten geeignet sein. ich teste gerade die lichtfarben 827, 830 und 840. eine dreibandleuchtstoffröhre mit lichtfarbe 830 und 16W hat 1400 lumen.

unterschiede gibt es auch im bezug auf die dicke der leuchtstoffröhren. je dünner die leuchtstoffröhren sind, desto näher kann man sie aneinander hängen oder desto mehr licht kann zwischen den lampen über reflektoren nach unten reflektiert werden. ich verwende nur röhren mit der standartdicke 26mm.

wichtig im zusammenhang mit leuchtstoffröhren sind auch gute reflektoren, da das licht zur hälfte nach oben rausgeht. ich verwende keine parabolen spiegel um das licht nach unten zu lenken. eine anschaffung ist mir zu teuer und selber machen zu kompliziert. genaueres dazu findet man in aquaristik foren. auf den seiten meiner leuchten hab ich jeweils mit alufolie kleine reflektoren montiert (ist leider optisch nicht das a und o).

leuchtstoffröhren eignen sich sehr gut zur beleuchtung der meisten karnivoren. wichtig bei der beleuchtung ist immer der abstand zu den pflanzen. die intensität des lichts nimmt im quadrat mit dem abstand ab. stellt man die pflanzen jedoch zu nah an die lichtquelle kann es sein, dass die blätter, hauptsächlich durch die hitze, schaden nehmen. bei den leuchtstoffröhren ist das jedoch kein problem, da sie sehr wenig wärme abstrahlen.
unter leuchtstoffröhren kann man so ziemlich alle pflanzen halten. natürlich kommt es immer darauf an wieviele lampen man pro quadratmeter aufhängt. ich habe sogar schon meine d. lusitanicum unter zwei leuchtstoffröhren überwintert! ungeeignet sind pflanzen, die sehr hoch werden wie z.b. sarracenien oder kletternde knollensonnentaue. es ist fast unmöglich für diese pflanzen im abstand von einem meter die gewünschte lichtintensität zu erzielen. auch färben sich pflanzen (wie z. b. der venusfliegenfalle) ev. nicht so schön aus, wie pflanzen, die man an die sonne stellt.

ein vorteil der leuchtstoffröhren ist bestimmt der niedrige anschaffungspreis und die rel. lange lebensdauer. auch ist es gut möglich grosse flächen sehr gleichmässig auszuleuchten. schwierig ist es mit leuchtstoffröhren sehr hohe lichtintensitäten herzustellen, geschweige denn so dass es am schluss auch noch optisch gut aussieht bzw. man am schluss die pflanzen noch sieht.

halogen-quecksilberdampflampen (HQL, HPL)

entladungslampen wie halogen-quecksilberdampflampen, hochdruck-metall-halogenlampen (HQI, HCI, CDM, MHN) und natriumhochdruckdampflampen benötigen vorschaltgeräte, die die gewünschte spannung für startvorgang und betrieb erzeugen. es gibt jeweils eine menge verschiedener vorschaltgeräte, manche summen, andere nicht, manche sollen die lebensdauer der birne verlängern. ich hab noch nicht sehr viele erfahrungen mit versch. vorschaltgeräten. in meiner queksilberdampfleuchte war das vorschaltgerät zusammen mit dem reflektor verbaut.

queksilberdampfleuchten (HQL) besitzen ein weisslich bis violettes licht (zumindest meine). die lampe wird ziemlich heiss im vergleich mit den leuchtstoffröhren. deshalb muss man darauf achten, dass man die pflanzen nicht verbrennt. ein abstand von 20-40 cm sollte es ungefähr sein.
ich habe das gefühl die leuchte regt die pflanzen zur blütenbildung an.

osram bezeichnet die lampen mit HQL, philips mit HPL. die lampen sind veraltet obwohl manchmal noch als pflanzenleuchten angeboten. meine birne ist ausgebrannt und ich kauf mir keine neue.

hochdruck-metall-halogenlampen (HQI, HCI, CDM, MHN)
(bild 2)

zuerst zu den bezeichnungen:

bezeichnung hersteller technik
HQI osram quarz
HCI osram keramik
MHN philips quarz
CDM philips keramik

die keramik brenner sind die neueste generation von hochdruck-metall-halogenlampen. sie haben die längste lebensdauer und über diese zeit bleibt das spektrum der lampe praktisch gleich.


ausgebrannte HQI-TS 70W NDL (quarztechnik)

CDM-TD 70W 942 (keramiktechnik)

CDM-TD 70W 942 (keramiktechnik)

für alle leuchtmittel, die oben aufgelistet sind kann man die gleichen vorschaltgeräte benutzen. diese art von lampen werden oft für schaufensterbeleuchtungen eingesetzt, weil das licht sehr farbecht ist (sprich objekte sehen aus wie im sonnenlicht). kauft man die lampen neu, sind sie sündhaft teuer. günstiger kann man die lampen auf ebay ergattern.

ich hab mir zwei 70W strahler auf ebay gekauft und teste sie gerade mit HQI (lichtfarbe NDL) und CDM (lichtfarbe 942) birnen aus.

CDM birnen haben eine extrem hohe lichtausbeute und eine sehr lange lebensdauer (15000 stunden). das lichtspektrum eignet sich für pflanzen und das menschliche auge empfindet das licht als sehr angenehm. da die strahler mit geeigneten reflektoren das licht bündeln können, eignen sich die lampen um terrarien aus grösseren abständen zu beleuchten.

möchte man sich ca. 150W licht in form von CDM birnen zutun, muss man sich überlegen, ob man sich zwei 70W lampen oder eine 150W lampe anschaffen will. die 150W lampe produziert mehr licht (nicht nur, weil 2x70W 140W sind). der nachteil einer 150W lampe ist es aber, dass man ein terrarium nur mit unter umständen grossen schatten beleuchten kann. die vorteile einer 150W leuchte sind eine höhere lichtmenge und weniger anschaffungskosten.

weitere informationen siehe links am ende der seite.

natriumhochdruckdampflampen (nahd)
(bild 3)

das licht dieser lampe ist orange. man sollte sich also gut überlegen ob man mit so einer lampe seine vitrine im wohnzimmer beleuchten will. ausserdem produziert die nahd ziemlich viel abwärme, obwohl diese art von lampe die höchste effizienz im umsetzen von elektrischem strom in licht besitzt! wobei man sagen muss, dass die lichtausbeute mit der wattzahl der lampe zunimmt. ich bestitze eine 150 watt lampe.
ich hab mir diese lampe hauptsächlich angeschafft um gewisse pflanzen zu überwintern (c. follicularis, d. lusitanicum, d. binata, d. muscipula, junge sarracenien...). ich besitze nämlich keinen wintergarten bzw. gewächshaus. unterdessen benutze ich sie, um mein hochlandterrarium für heliamphora (brauchen sehr viel licht) zu beleuchten.

das anschaffen einer nahd lampe ist etwas komplizierter. nicht jeder shop führt solche lampen. hanfshops sind eine gute anlaufstelle. die lampen benötigen ein vorschaltgerät, das die lampe mit der richtigen spannung während zündung und betrieb versorgt. der preis meiner lampe belief sich ca. auf fr 250.-. diese lampen sind also nicht ganz billig. die lebensdauer einer birne beträgt etwa fünf jahre (hab ich gelesen). das anschaffen einer neuen birne ist bei weitem nicht mehr so teuer. ich weiss es nicht genau aber ich schätze eine 150 watt birne kostet so um die fr 50.-.

alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dieser lampe. man sollte sich jedoch vor dem kauf gut überlegen, ob man eine solche lampe überhaupt braucht und ob einem das orange licht nicht stört.

mit höheren wattzahlen gibt es speziallampen für pflanzen, die extra für diesen markt entwickelt wurden. braucht man ca. 400W licht, dann ist die anschaffung einer solchen birne sicher eine gute lösung.

wikipedia
hinweise zu lux und lumen
plantarara
erfahrungen mit leuchtmittel unter information
hereinspaziert.de
super seite über leuchtstoffröhren und die beste lampe für pflanzen
lud.de
guter onlineshop für lampen in deutschland
gluehbirne.ch
guter onlineshop in der schweiz
osram.ch
lampenhersteller
philips.ch
lampenhersteller

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